Für Behandler*innen und interessierte Laien – wissenschaftliche Grundlagen und kollegialer Austausch
Die Metabolische Psychiatrie ist ein noch junges Feld innerhalb der Psychiatrie. Sie untersucht den Zusammenhang zwischen Stoffwechselprozessen und psychischer Gesundheit und erweitert die klassische Perspektive um metabolische Faktoren wie Mitochondrienfunktion, Insulinresistenz und chronische Entzündungen. Hierdurch entsteht ein völlig neuer Blick auf die Ursachen psychischer Erkrankungen und es ergeben sich neue therapeutische Ansätze, die am Stoffwechsel ansetzen. Ein zentraler Ansatz ist die ketogene metabolische Therapie (KMT).
Die ketogene metabolische Therapie (KMT) wird seit über 100 Jahren medizinisch eingesetzt. Ihre Wurzeln liegen in den 1920er Jahren bei der Behandlung kindlicher Epilepsie. Die Entwicklung von Antiepileptika und Psychopharmaka ließ sie über mehrere Jahrzehnte in den Hintergrund treten, doch seit den 1990er Jahren wächst das wissenschaftliche Interesse wieder. Heute wird die KMT nicht nur bei Epilepsie, sondern zunehmend auch bei metabolischen, neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen erforscht und eingesetzt.
Bei vielen psychischen Erkrankungen sowie bei ME/CFS und Long COVID werden in der Forschung Veränderungen zentraler Stoffwechselprozesse diskutiert. Dazu zählen unter anderem mitochondriale Dysfunktionen, Insulinresistenz, autonome Dysregulation, immunologische Veränderungen und chronische Entzündungsprozesse. Studien deuten darauf hin, dass diese Faktoren mit der Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptome in Zusammenhang stehen können.
Die integrative Mitochondrientherapie setzt an mehreren Ebenen gleichzeitig an. Ein zentraler Baustein ist die ketogene metabolische Therapie, die dem Organismus über Ketonkörper eine alternative Energiequelle zur Verfügung stellt und mit entzündungsmodulierenden Effekten sowie einer möglichen Unterstützung mitochondrialer Funktionen in Verbindung gebracht wird. Ergänzend werden weitere therapeutische Ansätze integriert, darunter die Optimierung von Schlaf, Atmung, Bewegung und Darmgesundheit – alles Faktoren, die die mitochondriale Funktion beeinflussen können.
Ziel dieses ganzheitlichen Ansatzes ist es, nicht nur Symptome zu lindern, sondern potenziell zugrunde liegende Stoffwechselprozesse zu adressieren. Da sich die Evidenzlage fortlaufend weiterentwickelt, ist eine individuelle und fachlich begleitete Anwendung besonders wichtig.
Eine Patientin oder ein Patient von Ihnen interessiert sich für den Kurs zur integrativen Mitochondrientherapie und Sie haben Fragen oder Bedenken? Melden Sie sich gerne bei mir. In einem kurzen Gespräch können wir klären, ob das Angebot zur aktuellen Situation passt und wie eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit gestaltet werden kann.
Hier werden in Kürze weitere Informationen zur Behandlung anderer Erkrankungen mit integrativer Mitochondrientherapie ergänzt.
Wenn Sie mehr erfahren möchten, sende ich Ihnen gerne eine Übersicht über die aktuelle Studienlage zu.
Gerne stehe ich für einen fachlichen Austausch zur Verfügung.