Komplexe Erschöpfungszustände aus mitochondrialer Perspektive

Bei Erschöpfungszuständen ist der Energiehaushalt oft gestört. Betroffene erleben häufig eine tiefgreifende Erschöpfung, die sich auch durch Ruhe nicht bessert.
Die integrative Mitochondrientherapie orientiert sich an diesem Zusammenhang: Ziel ist es, die Art der Energiegewinnung zu unterstützen – weg von Zucker und Kohlenhydraten, hin zu Ketonen als alternativer Energiequelle. Diese metabolische Umstellung geschieht behutsam, Schritt für Schritt, im individuellen Tempo und mit Blick auf die Belastungsgrenzen der Betroffenen.
Bei Erschöpfungszuständen handelt es sich oft um komplexe Multisystembeschwerden, die mehrere Organsysteme gleichzeitig betreffen können. Erschöpfung ist dabei häufig nur eines von mehreren möglichen Symptomen. Eine eindeutige, einheitliche Diagnostik existiert derzeit nicht; es werden verschiedene klinische Kriterien angewendet. Über die genauen Ursachen wird intensiv geforscht. Hinweise aus der aktuellen Forschung deuten darauf hin, dass Veränderungen in der mitochondrialen Funktion, im Energiestoffwechsel und bei oxidativem Stress an der Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptome beteiligt sein können.
Anhaltende Erschöpfungsbeschwerden sollten zunächst ärztlich abgeklärt werden – als wichtige Grundlage für alle weiteren Schritte.
Jahrzehntelang wurden Menschen mit schweren chronischen Erschöpfungszuständen vorwiegend psychischen Erklärungsmodellen zugeordnet – mit gravierenden Folgen: unpassende Begleitung, Stigmatisierung und eine jahrelange Vernachlässigung der biologischen Forschung. Internationale Leitlinien und Forschungsinstitutionen haben diese Einordnung in den letzten Jahren revidiert.
Der aktuelle Forschungsstand zeigt zunehmend: Schwere chronische Erschöpfungszustände haben häufig messbare biologische Grundlagen – darunter Mitochondriendysfunktionen, Störungen des Energiestoffwechsels, Insulinresistenz und chronische Entzündungsprozesse. Das Feld der „Metabolic Psychiatry" macht dabei eine interessante Beobachtung: ähnliche metabolische Prozesse könnten sowohl bei chronischen Erschöpfungszuständen als auch bei klassischen psychischen Beschwerden eine Rolle spielen.
Das bedeutet nicht, dass Erschöpfungszustände psychische Beschwerden sind. Es bedeutet vielmehr, dass die alte Trennung zwischen „körperlich" und „psychisch" der Komplexität dieser Beschwerdebilder nicht gerecht wird – und dass ein metabolisches Verständnis beiden Bereichen helfen könnte.
Im Rahmen des Kurses werden u. a. folgende Ziele verfolgt:
Die Therapie ersetzt keine spezialisierten medizinischen Behandlungen, kann diese ggf. aber sinnvoll ergänzen.
Gemeinsam besprechen wir, ob und wie die integrative Mitochondrientherapie geeignet wäre.